Schottland-Wanderungen
 
Juli 2003 "Schottisches Wetter" - will heissen, alles ist möglich.... Teilnehmer: Claudia,Valentin,Herbert Schaffer

09.07.:
Der Ben Aàn in den Trossachs:
Vom kleinen Parkplatz ganz in der Nähe des alt-ehrwürdigen Trossach-Hotels im viktorianischen Schloßstil steigt der Weg zunächst mäßig steil einem Bächlein entlang hinauf zu einen kleinen Sattel, quert das Bächlein über eine Holzbrücke und führt jetzt einige hundert Meter kaum steigend durch mooriges Waldgelände - durch die Spitzen der Bäume sieht man jetzt erstmals den zahnartigen Gipfelaufbau so richtig. Dann wirds steil - Farn, Blockwerk wie Stufen, durchsetzt mit blühendem Heidekraut auf moosigem Boden begleiten uns bis zum endgültigen felsigen Gipfelaufbau, der unschwer erklommen wird. Tolle Fernsicht nach allen Seiten, und ein erster Eindruck der
LOCH / GLEN / BEN - reichen schottischen Landschaft erfreuen unsere Augen. Auch das Wetter trägt zum Gelingen bei -leicht wolkig, leicht windig und milde 15-17 Grad. Dieser erste schottische Berg macht uns Lust auf mehr...
11.07.:
Das Dunstaffnage Castle bei Oban:
Immer der zerklüfteten Küste mit ihren 20 - 30 m hohen Felsabbrüchen entlang, zwischen brusthohen Adlerfarndickichten, Schafen und reichlich blühendem roten Fingerhut, führt unser Weg vom Parkplatz weg.Dann eine weite, sandige Bucht, ein uriges "Gruselwäldchen" - und die eher unspektakuläre Burgruine nebst Kapelle ist erreicht. MIDGES - Alarm - wir brechen rasch wieder auf, suchen über einer Schafweide nach dem Retourweg oberhalb der Klippen, und erreichen über den sanft auf- und abführenden Wiesensteig nach 3 Stunden wieder unser WOBI.
14.07.:
Die Glen Nevis-Schlucht bei Fort William:

Vom Campingplatz Ben Nevis in Fort William bringt uns unser Wobi auf abenteuerlich engem Sträßchen in den Talschluß an die Glen Nevis-Schlucht heran.Vom Parkplatz steigen wir dann auf einem gut gepflegten Steig am linken Rand der Schlucht hinauf ins Hochtal - die zur Zeit geringe Wassermenge des Bachs macht die Schlucht weniger spektakulär, dafür vermittelt der Landschaftseindruck im Hochtal dann sofort Wandergelüste ! Rückkehr zum Auto auf demselben Weg.
15.07.:
Das Glen Coe bei Ballachulish:

Die glen Coe-Wanderung war uns ein zentrales Anliegen - und das Wetter tat uns den Gefallen eines Traumtages:
zunächst vom Parkplatz auf der Paßhöhe durch mooriges Gelände 100 Höhenmeter hinunter zum Beginn des Anstiegs durch das weite Hochtal (Lairig Eilde) zwischen dem Massiv der "Drei Schwestern" und dem Buachaille Etive Beag, der von unserem Wegverlauf umrundet wird. Das munter plätschernde Bächlein begleitet uns mit seinen Kaskaden hinauf in einen imposanten Kessel.Der Weg zum Sattel ist stark moorig, und dann sehen wir auch schon hinunter ins Glen Etive.Auf halber Höhe des Abstiegs führt unser Abkürzungssteigerl quer durch den Abhang des Stob Dubb durch hüfthohen Adlerfarn - und steigt dann wieder an zum nächsten Pass. Etwas steiler und schottrig windet sich dieser Wegteil hoch - wir schwitzen kräftig in der Mittagssonne ! Oben angekommen belohnt uns aber der herrliche Ausblick und eine kräftige Jause - die ist auch nötig, der Weg zurück zum WOBI über das weite, vermoorte Lairig Gartain ist ca. 7 km lang ! Durch das gewaltige Hochmoor stiefeln und staksen wir bei geringem Gefälle talwärts - eine tolle Wanderung in grandioser Landschaft !
18.07.:
Beinn Eighe - National Parc-Mountaintrail:

Bei Kinlochewe liegt der Beinn Eighe - National Parc - und dieser hat ein Gustostückerl für uns parat: von einem kleinen Parkplatz am Loch Maree führt der exzellent betreute Mountain Trail hinauf - zuerst durch hohen, alten "Scots-pine" - Wald, dann über eine karstige, steile Schrofe auf die erste Kuppe und weiter zu einem Steinmann am höchsten Punkt, mit herrlichem Ausblick auf die "Munroes" der Umgebung - Beinhh Eighe, Liathach !
Tundraklima prägt hier die Landschaft, zwei Karseen in dieser kargen Wildnis und dann ein schluchtähnlicher Abstieg zurück zum Föhrenwald und ans Ufer des Loch Maree beschließen diesen eindrucksvollen Rundweg.
20.07.:
Der Stac Pollaidh bei Ullapool:

Schon der Anblick dieser frei aufragenden Felsklippe aus der Entfernung ließ unsere Begeisterung steigen, und der Wegverlauf erwies sich dann auch als sehr gepflegt:ausgerichtete Steinplatten, wie Stufen gelegt,lassen uns die Bergfahrt an manchen Stellen wie das Besteigen eines Kirchturms vorkommen ! Mit jedem Schritt bergauf wird die Rundsicht grandioser - weitläufige Hochmoore mit unzähligen Lochs, die nahe Küste mit vorgelagerten Inselchen, das alles gerahmt von mächtigen Bergstöcken - das ganze Gebiet des Inverpolly National Nature Reserve liegt zu unseren Füssen !Bald sind wir oben im kleinen Sattel zwischen Ost- und Westgipfel, der Ostgipfel ist nach kurzem Aufstieg erreicht. Mich reizt der griffige Sandstein - und so turne ich noch über den interessanten Gratverlauf auf den etwas höheren Westgipfel - spektakuläre Tiefblicke belohnen die Mühe !Auf dem Rückweg umrunden wir den Felsstock des Stac Pollaidh zur Gänze, und entgehen einem plötzlich drohenden Gewitterguß nur durch "Eilmarsch" zurück zum WOBI.
24.07.:
Der Coire Cas in den Caingorm Mountains:
Die Caingorm Mountains sind auch ein Rummelplatz - und vom Schicenter (mit österreichischer Flagge) muß man schon ein Stück weggehen, um den Menschenmassen zu entkommen. Der Coire Cas - Bergpfad führt zuerst entlang der Trasse der Standseilbahn, unterquert diese vor der Mittelstation und führt schließlich über mässig steiles, nur karg bewachsenes Gelände hinauf in arktische Zonen - hier in über 1000 m Höhe bläst auch jetzt im Hochsommer ein kalter Wind ! Die umliegenden Gipfel sind kahl-schottrig, reizen aber durch kühne Steilabbrüche und ihre schroffe Kargheit das Auge des Betrachters - eine ausgedehnte Wanderung in diesem Gebiet könnte schon ihren Reiz haben !

Verwendete Quellen:

"Schottland" von B.Irlinger in der Wandern & Erleben-Reihe des Bruckmann-Verlags
"Reiseführer Natur - Schottland" von R. und A. Kostrzewa im BLV-Verlag