Ordesa / Spanien
 
Beschreibung:

1) Der Jägersteig beginnt gleich nach der Bushaltestelle - der Bach wird auf einer Holzbrücke überquert, und steil windet sich der Steig "senda cazadores" hinauf durch den Kieferwald, zuletzt über steile Geröllflanken bis zu einem kanzelartigen, zaungesicherten Aussichtsplatz: weit unten sieht man den Parkplatz, gegenüber den Cotatuero-Wasserfall - und nach rechts den in der Höhenlinie ins weite Tal hinein verlaufenden Jägersteig, teilweise auf einem Absatz in der steilen Trogwand des Ordesatals verlaufend. Der Steig ist gut begehbar - spektakuläre Ausblicke zur gegenüberliegenden Talwand mit ihren Gipfeln, im Tal der Bach, teilweise über Katarakte gischtend - aber er zieht sich ! Erst nach 2 Stunden sieht man das Ende des Talkessels auftauchen - den Wasserfall "Cola de Caballo" sieht man überhaupt erst, wenn man schon fast dort angekommen ist. Durch schotterdurchsetzte Almwiesen führt der Steig nun mässig fallend zum Talschluß und den erwähnten pferdeschweifähnlichen Wasserfall hinunter. Hier trifft auch von rechts oben der Steig von der Hütte "Goritz" ein. Der Rückweg über den breiten Talboden führt am munter plätschernden Bächlein entlang, einmal flach, dann entlang einem Katarakt wieder steiler - die tolle Kulisse der monströsen Talwände mit ihren Steilabbrüchen tröstet aber nur zeitweise über die Länge - und man ist sehr froh, endlich die Holzbrücke vor dem Busparkplatz erreicht zu haben !

2) Der Cotatuero-Rundweg: Vom Busparkplatz biegt die Markierung gleich nach links ab und führt bald durch den lichter werdenden Wald in Serpentinen steil bergan, zur rechten Hand hört man das Wasser des Cotatuero-Bachs. An der Waldgrenze unter den senkrecht aufragenden Wänden der Talflanke genießt man den ersten tollen Ausblick - dann beginnen die "Clavijas" - ein kurzes, aber tolles Stück Klettersteig mit massiven Eisenstangen, Trittklammern und Seilen - sehr luftig, der Cotatuero-Wasserfall zischt rechts daneben in die Tiefe - schade, daß dieser Wegteil nur etwas mehr als 150 m lang ist ! Nach dem kaminartigen Ausstieg neben dem Wasserfall steht man auf einer blumenübersäten Bergwiese, die sich weit bis zu einem karähnlichen Kessel mit steilen Begrenzungswänden erstreckt. Unser Steig biegt nach rechts hinauf - jetzt ist aber umsichtige Umschau geboten - es gibt teilweise nur zu erahnende Steigspuren, manchmal weist ein Steinmanderl den Weg - er ergibt sich aber logisch aus der Geländestruktur: die abgeflachte Pyramidenform der Gipfel trägt wie eine Halskrause einen breiten Absatz - und diesen müssen wir benutzen ! Gegenüber sieht man den Wegverlauf des Jägersteigs - allerdings ca. 200 Höhenmeter tiefer. Breite Schieferplatten, Wieseninseln mit massenhaft echtem Edelweiß ,in der Luft große Greifvögel (im Info-Haus des Parks haben wir nachgelesen, es sind Condore) und immer wieder aufgeschreckt wegspringende Steinböcke - zudem sind wir völlig allein unterwegs, eine Traumtour ! Nach 2 1/2 Stunden nähert sich uns der Talschluß, der nun zeitweise gut sichtbare Steig biegt langsam nach links um einen breiten Felspfeiler - und überrascht betrachten wir einen weiten Felskessel: hochaufragend bildet der Monte Perdido mit seinem kleinen Gletscher den hinteren Abschluß, auf annähern gleicher Höhe mit uns liegt die Goritz-Hütte - und ist umgeben von zahlreichen winzigen, bunten Zelten - in der Hütte scheint Übernachtungsplatz knapp zu sein ! Wir umgehen die Hütte und schlagen mit einer Abkürzung durchs Hochtal gleich den Abstiegsweg zum Pferdeschweif-Wasserfall ein, der nach einem schottrigen Steilabstieg nach 1/2 Stunde erreicht wird. Der weitere Weg zurück zum Bus ist oben bei der Jägersteig-Tour beschrieben.