|
1) Der Jägersteig beginnt gleich nach der Bushaltestelle
- der Bach wird auf einer Holzbrücke überquert, und steil windet
sich der Steig "senda cazadores" hinauf durch den Kieferwald,
zuletzt über steile Geröllflanken bis zu einem kanzelartigen,
zaungesicherten Aussichtsplatz: weit unten sieht man den Parkplatz, gegenüber
den Cotatuero-Wasserfall - und nach rechts den in der Höhenlinie
ins weite Tal hinein verlaufenden Jägersteig, teilweise auf einem
Absatz in der steilen Trogwand des Ordesatals verlaufend. Der Steig ist
gut begehbar - spektakuläre Ausblicke zur gegenüberliegenden
Talwand mit ihren Gipfeln, im Tal der Bach, teilweise über Katarakte
gischtend - aber er zieht sich ! Erst nach 2 Stunden sieht man das Ende
des Talkessels auftauchen - den Wasserfall "Cola de Caballo"
sieht man überhaupt erst, wenn man schon fast dort angekommen ist.
Durch schotterdurchsetzte Almwiesen führt der Steig nun mässig
fallend zum Talschluß und den erwähnten pferdeschweifähnlichen
Wasserfall hinunter. Hier trifft auch von rechts oben der Steig von der
Hütte "Goritz" ein. Der Rückweg über den breiten
Talboden führt am munter plätschernden Bächlein entlang,
einmal flach, dann entlang einem Katarakt wieder steiler - die tolle Kulisse
der monströsen Talwände mit ihren Steilabbrüchen tröstet
aber nur zeitweise über die Länge - und man ist sehr froh, endlich
die Holzbrücke vor dem Busparkplatz erreicht zu haben !
2) Der Cotatuero-Rundweg: Vom Busparkplatz biegt die Markierung
gleich nach links ab und führt bald durch den lichter werdenden Wald
in Serpentinen steil bergan, zur rechten Hand hört man das Wasser
des Cotatuero-Bachs. An der Waldgrenze unter den senkrecht aufragenden
Wänden der Talflanke genießt man den ersten tollen Ausblick
- dann beginnen die "Clavijas" - ein kurzes, aber tolles Stück
Klettersteig mit massiven Eisenstangen, Trittklammern und Seilen - sehr
luftig, der Cotatuero-Wasserfall zischt rechts daneben in die Tiefe -
schade, daß dieser Wegteil nur etwas mehr als 150 m lang ist ! Nach
dem kaminartigen Ausstieg neben dem Wasserfall steht man auf einer blumenübersäten
Bergwiese, die sich weit bis zu einem karähnlichen Kessel mit steilen
Begrenzungswänden erstreckt. Unser Steig biegt nach rechts hinauf
- jetzt ist aber umsichtige Umschau geboten - es gibt teilweise nur zu
erahnende Steigspuren, manchmal weist ein Steinmanderl den Weg - er ergibt
sich aber logisch aus der Geländestruktur: die abgeflachte Pyramidenform
der Gipfel trägt wie eine Halskrause einen breiten Absatz - und diesen
müssen wir benutzen ! Gegenüber sieht man den Wegverlauf des
Jägersteigs - allerdings ca. 200 Höhenmeter tiefer. Breite Schieferplatten,
Wieseninseln mit massenhaft echtem Edelweiß ,in der Luft große
Greifvögel (im Info-Haus des Parks haben wir nachgelesen, es sind
Condore) und immer wieder aufgeschreckt wegspringende Steinböcke
- zudem sind wir völlig allein unterwegs, eine Traumtour ! Nach 2
1/2 Stunden nähert sich uns der Talschluß, der nun zeitweise
gut sichtbare Steig biegt langsam nach links um einen breiten Felspfeiler
- und überrascht betrachten wir einen weiten Felskessel: hochaufragend
bildet der Monte Perdido mit seinem kleinen Gletscher den hinteren Abschluß,
auf annähern gleicher Höhe mit uns liegt die Goritz-Hütte
- und ist umgeben von zahlreichen winzigen, bunten Zelten - in der Hütte
scheint Übernachtungsplatz knapp zu sein ! Wir umgehen die Hütte
und schlagen mit einer Abkürzung durchs Hochtal gleich den Abstiegsweg
zum Pferdeschweif-Wasserfall ein, der nach einem schottrigen Steilabstieg
nach 1/2 Stunde erreicht wird. Der weitere Weg zurück zum Bus ist
oben bei der Jägersteig-Tour beschrieben.
|