Grimming Süd-Nord-Überschreitung
 
Beschreibung:
Anstieg
Uns alle hat der Grimming schon lange wieder einmal gelockt - und eine Überquerung von Süd nach Nord habe ich auch noch nicht gemacht, also starten wir bei besten Wetteraussichten um 4.30 h in Kumberg, nach 1 1/2 Stunden sind wir in Untergrimming beim Parkplatz. Nur leicht steigend führt der Weg durch lichten Laubwald zur Grimminghütte hinauf, zuletzt etwas steiler werdend durch Fichtenmischwald, das Ennstal trägt noch leichte Morgenschleier. Nach einer Stunde sind wir bei der idyllisch gelegenen Hütte angekommen - eine sehr kurze Rast wird durch üble Gerüche offensichtlich von der Hüttenabwasserleitung herrührend weiter verkürzt.Jetzt beginnt der Wegverlauf im lichten Hochwald rasch zu steigen, mit jedem Meter hinauf blitzen immer mehr Felsgrate des Grimmingmassivs durch die Baumwipfeln, es mündet von links kommend der Steig von St.Martin herauf ein,die letzten höheren Lärchen weichen Latschen und Wacholderbüschen - und aus der steil werdenden schotterigen Flanke wächst vor uns das beeindruckende Grimmingmassiv in den Himmel.Zunächst noch umgeben von einigen spärlichen Bergwiesenblumen, wird der Steig immer schottriger und steiler und führt uns an eine steile Felsrinne heran, die bereits mit Seil- und Steigsicherungen versehen ist. Die längst aufgegangene Sonne lässt die Grate aufleuchten und beginnt uns bereits einzuheizen.Der Ausblick ins Ennstal wird mit jedem Schritt bergauf weitgreifender. Jetzt wechseln Steilstufen, Kare, Schotterhänge und letzte Latschenfelder ab, der Steig über den Südostgrat biegt nach links ab - und durch ein weites Schotterkar (die "Schneegrube") steil bergan nähern wir uns dem Massiv des Multerecks. Einige hundert Meter gesichertes Wegstück führt nun an der Südwestflanke bergan, gegenüber zieht der Südostgrat mit seinen Schrofen und kühnen Graten gipfelwärts. Nach diesem anstrengenden Wegteil erreichen wir den zum Multereck führenden Grat - eine Trinkpause am Gratabbruch nach Untergrimming und der Ausblick ins Tal (1400 m unter uns sehen wir unser Auto ) lohnen die Mühen ! Mässig ansteigend durch mit Bergwieseninseln durchsetztes Blockwerk steigen wir zur Kuppe des Multerecks an - und geniessen oben den prachtvollen Rundblick und die Sonne ! Wenige Meter führt der Steig am Höhenrücken leicht bergab, dann schwingt er sich steil zum Gipfelmassiv des Grimming durch Blockwerk und Geröll in einigen kleinen Steilstufen hinan -immer am Grat mit Ausblick in die gesamte Bergwelt der Umgebung ! Die 200 Höhenmeter zum Gipfel sind rasch geschafft - und wir können unsere Gipfelrast geniessen.
Abstieg
Der Abstieg beginnt moderat über eine mässig steile steindurchsetzte Bergwiese bis zur Biwakschachtel, dann folgt die steile Felsflanke hinab ins mächtige Kar zwischen Schartenspitz und Grimming - Seilsicherungen helfen bei der leichten Kletterei, aber lockeres Geröll mahnt zu auf Trittsicherheit achtenden Abstieg. Das Schotterkar wird linkshaltend durchquert, am Beginn der Bergwiesen öffnet sich der Blick zum Kulm - und die letzte felsige Steilstufe beginnt. Durchwegs gut seilversichert kraxeln wir ca. 170 Höhenmeter hinunter zur letzten Schotterrinne über dem Wald, der uns mit Schatten und feuchter Schwüle aufnimmt und den Pfad bis zur Ortschaft Kulm begleitet. Das Gasthaus mit Ausblick auf das Grimmingmassiv ist jetzt hochwillkommen - und eine tolle Tour zu Ende.